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Handschlaufe am Wanderstock richtig einstellen – Schritt für Schritt

Zwei Alpenwert Teleskop-Wanderstöcke mit Korkgriff und Handschlaufen auf einer Bergwiese

Nadia |

Von Nadia

Greif von unten in die Schlaufe, sodass das Band zwischen Daumen und Zeigefinger über den Handrücken läuft, und leg die Handfläche dann von oben auf das Band. Die Schlaufe soll so lang sein, dass die Hand bei lockerem Griff bequem hineinpasst und der Druck auf dem Handballen liegt, nicht in den Fingern. Bei Alpenwert-Stöcken löst ein Druck auf den Knopf oben am Griff die Arretierung; ein kräftiger Zug am oberen Bund fixiert sie wieder mit hörbarem Klick.

Wofür die Schlaufe überhaupt da ist

Die meisten benutzen die Handschlaufe als Sicherung gegen Verlieren. Das ist sie auch – aber es ist der kleinste Teil ihrer Aufgabe.

Der eigentliche Zweck ist die Kraftübertragung. Wer den Griff fest umklammert, drückt den Stock mit den Fingern nach unten. Das ermüdet die Unterarme, und nach zwei Stunden Aufstieg merkt man das deutlich. Mit richtig eingestellter Schlaufe stützt sich der Handballen auf dem Band ab: Die Kraft geht vom Arm über das Handgelenk direkt in den Stock, die Finger halten nur noch die Richtung.

Daraus folgen drei Dinge, die im Alltag zählen: Die Hand bleibt locker und schwillt nicht an, an der Handfläche entstehen keine Druckstellen, und beim Abstieg lässt sich der Stock deutlich schneller belasten, weil man nicht erst zugreifen muss.

Zwei Alpenwert Teleskop-Wanderstöcke mit Korkgriff und Handschlaufen auf einer Bergwiese
Die Schlaufe trägt die Kraft, nicht die Finger. Deshalb entscheidet ihre Einstellung darüber, ob du nach vier Stunden noch entspannt greifst oder die Hand verkrampft.

In drei Schritten eingestellt

Die Schlaufen der Alpenwert-Wanderstöcke sitzen in einer Arretierung oben im Griff. Das Verstellen dauert keine zehn Sekunden:

  1. Arretierung lösen. Drück den Knopf oben am Griff einmal nach innen. Danach lässt sich das Band ohne Widerstand in der Länge verschieben.
  2. Länge einstellen. Zieh die Schlaufe auf die Länge, bei der deine Hand bequem hineinpasst und das Band locker, aber stützend am Handgelenk anliegt. Probier es mit der Hand, die du auch beim Gehen benutzt – nicht im Sitzen am Tisch.
  3. Fixieren. Greif den oberen Bund der Schlaufe und zieh kräftig daran, bis du ein deutliches Klicken hörst. Erst dann ist die Einstellung gesichert.

Der dritte Schritt wird am häufigsten übersprungen. Ohne das Klicken rutscht das Band beim ersten kräftigen Abstützen wieder heraus – und man wundert sich, warum die Einstellung nach einer halben Stunde nicht mehr stimmt. Die Bewegung im Bild zeigt das Anleitungsvideo ab Minute 1:33.

Von unten greifen: der entscheidende Handgriff

Wenn du nur eine Sache aus diesem Beitrag mitnimmst, dann diese: Die Hand kommt von unten in die Schlaufe, nicht von oben.

Konkret: Fahr mit der Hand von unten durch die Schleife, bis das Band zwischen Daumen und Zeigefinger liegt und über den Handrücken nach hinten läuft. Dann greif den Griff, sodass das Band unter deiner Handfläche eingeklemmt ist. Der Handballen liegt jetzt auf dem Band auf.

Korkgriff eines Alpenwert Wanderstocks mit ausgelegter Handschlaufe auf Geröll
So liegt die Schlaufe, bevor du hineingreifst: Von unten durch die Schlaufe fassen, das Band läuft dann zwischen Daumen und Zeigefinger nach oben und unter der Handfläche zurück zum Griff.

Wer von oben hineingreift, hat das Band auf dem Handrücken. Es hält die Hand dann zwar am Stock, überträgt aber keine Kraft – und beim Sturz zieht es das Handgelenk in eine ungünstige Richtung. Der Unterschied ist eine Handbewegung und macht mehr aus als jeder Materialunterschied am Stock.

Die richtige Länge finden

Eine allgemeingültige Zentimeterangabe gibt es nicht – Hände sind unterschiedlich groß, Handschuhe kommen dazu. Die Probe geht so:

  • Schlaufe von unten greifen, Griff locker umschließen, Arm hängen lassen
  • Zu lang: Die Hand rutscht am Griff nach unten, der Handballen findet keinen Halt auf dem Band
  • Zu kurz: Das Band schneidet zwischen Daumen und Zeigefinger ein oder zieht das Handgelenk nach oben
  • Richtig: Du kannst die Finger komplett öffnen, ohne dass der Stock wegkippt – er bleibt am Band hängen

Der letzte Punkt ist der verlässlichste Test. Wenn du im Stehen die Finger öffnest und der Stock aufrecht in der Hand bleibt, sitzt die Schlaufe richtig.

Im Winter stellst du die Schlaufe mit Handschuhen ein, nicht ohne. Ein dicker Fingerhandschuh braucht schnell zwei Zentimeter mehr, und im Gelände die Schlaufe nachzustellen ist umständlich.

Die häufigsten Fehler

Fehler Was passiert Abhilfe
Von oben eingefädelt keine Kraftübertragung, Handgelenk wird beim Sturz verdreht von unten greifen, Band unter die Handfläche
Griff fest umklammert Unterarme ermüden, Finger werden taub Griff locker lassen, Gewicht auf den Handballen
Nicht fixiert Länge verstellt sich im Gehen wieder am oberen Bund ziehen, bis es klickt
Schlaufe zu eng schneidet ein, Hand schläft ein zwei Zentimeter mehr, mit Handschuh testen
Im Steilgelände eingefädelt Hand bleibt beim Sturz am Stock fixiert dort ohne Schlaufe gehen

Die ersten beiden Fehler treten fast immer gemeinsam auf – wer von oben greift, muss zwangsläufig fester zupacken.

Wann du die Schlaufe besser nicht benutzt

Es gibt Situationen, in denen die Schlaufe ein Risiko ist statt einer Hilfe. In absturzgefährdetem Gelände, auf Klettersteigen und in steilen Firnhängen gehören die Hände frei. Wer stürzt und mit fixierten Händen an den Stöcken hängt, kann sich nicht abfangen – und die Stöcke verhaken sich im Fels.

Dasselbe gilt bei Bachquerungen und in Lawinengelände: Dort hält man die Stöcke ohne Schlaufe, damit man sie im Ernstfall sofort loslassen kann.

Im normalen Wandergelände, auf Forststraßen und bei langen Anstiegen ist die Schlaufe dagegen genau das, wofür sie gemacht ist – da sollte sie benutzt werden.

Und die Stocklänge selbst?

Die beste Schlaufeneinstellung nützt wenig, wenn der Stock zu lang oder zu kurz ist. Die Grundeinstellung findest du in fünf Sekunden: Stell den Stock senkrecht neben dich und fass den Griff. Der Unterarm soll dabei waagerecht stehen, der Ellenbogen also einen rechten Winkel bilden.

Als Rechengröße: etwa 0,66 mal Körpergröße. Bei 1,80 m sind das rund 120 cm. Die Teleskop-Wanderstöcke lassen sich stufenlos zwischen 65 und 135 cm einstellen, decken diesen Bereich also vollständig ab.

Im Gelände wird nachjustiert: Im Anstieg fünf bis zehn Zentimeter kürzer, im Abstieg fünf bis zehn Zentimeter länger. Wer das konsequent macht, merkt den Unterschied in den Knien deutlich stärker als in den Armen. Bei faltbaren Stöcken geht das genauso, nur über ein anderes Verschlusssystem.

Häufige Fragen

Wie stelle ich die Handschlaufe am Wanderstock ein?

Knopf oben am Griff eindrücken, Band auf die passende Länge ziehen, dann am oberen Bund kräftig ziehen, bis es klickt. Die Länge stimmt, wenn du bei lockerem Griff die Finger öffnen kannst und der Stock am Band hängen bleibt.

Von oben oder von unten in die Schlaufe greifen?

Von unten. Das Band läuft dann zwischen Daumen und Zeigefinger über den Handrücken und liegt unter der Handfläche. Nur so trägt die Schlaufe die Kraft. Von oben eingefädelt hält sie nur den Stock fest und verdreht beim Sturz das Handgelenk.

Wie fest muss ich den Griff halten?

So locker wie möglich. Wenn die Schlaufe richtig sitzt, reicht ein leichtes Umschließen des Griffs; zupacken musst du nur in technischem Gelände. Wer dauerhaft fest greift, hat meist eine zu lange Schlaufe.

Passt die Einstellung auch mit Handschuhen?

Nicht automatisch. Ein dicker Winterhandschuh braucht schnell zwei Zentimeter mehr Bandlänge. Stell die Schlaufe deshalb im Winter mit dem Handschuh ein, den du auch tragen wirst – nachjustieren mit kalten Fingern am Hang ist unangenehm.

Kann ich die Schlaufen ganz weglassen?

Im Steilgelände sollte man das sogar. Für lange Anstiege und Abstiege verschenkst du damit aber den größten Teil des Nutzens – ohne Schlaufe arbeiten die Finger statt des Handballens.

Wie lang muss der Wanderstock sein?

So, dass der Unterarm bei aufgesetztem Stock waagerecht steht. Als Faustformel etwa 0,66 mal Körpergröße, bei 1,80 m also rund 120 cm. Im Anstieg fünf bis zehn Zentimeter kürzer stellen, im Abstieg genauso viel länger.

Teleskop-Wanderstöcke von Alpenwert mit Korkgriff, Handschlaufe und Zubehörset

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