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Winterbekleidung - ALPENWERT

Winterbekleidung

Unsere Winterbekleidung für Damen und Herren – warm, robust und gemacht für jedes Abenteuer im Schnee.

Ansicht als

Wie funktioniert Funktionsunterwäsche?

Der Unterschied zu normaler Unterwäsche liegt nicht im Schnitt, sondern darin, was die Faser mit Feuchtigkeit macht. Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Wege.

Wolle nimmt Feuchtigkeit auf. Merinofasern binden Wasserdampf im Faserinneren, während die Oberfläche trocken bleibt. Wolle kann rund ein Drittel ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen und fühlt sich dabei noch trocken an. Deshalb wärmt sie weiter, auch wenn du geschwitzt hast.

Kunstfaser leitet Feuchtigkeit weiter. Polyester nimmt praktisch kein Wasser auf. Stattdessen transportiert es die Feuchtigkeit über die Faseroberfläche nach außen, wo sie verdunstet. Das geht schneller, aber solange der Transport läuft, ist der Stoff nass.

Baumwolle macht keins von beidem. Sie saugt sich voll und hält das Wasser fest. Ein nasses Baumwollshirt entzieht dem Körper bis zu fünfundzwanzigmal schneller Wärme als ein trockenes. Das ist der Grund, warum Menschen frieren, obwohl sie warm angezogen sind.

Beides funktioniert nur, wenn der Stoff Hautkontakt hat. Eine Luftschicht dazwischen unterbricht den Transport – deshalb muss Funktionsunterwäsche anliegen.

Merinowolle, Polyester oder Mischgewebe?

Wir führen alle drei, und jede hat einen klaren Einsatzbereich.

100 % Merinowolle – bei uns in Slips, Boxershorts, den langen Unterhosen und den Zip-Langarmshirts. Maximale Geruchsneutralität, mehrere Tage tragbar. Empfindlicher gegen Abrieb und langsamer trocknend.

85 % Merino mit 15 % Polyamid – unsere Merino Shirts. Wir verarbeiten sehr feine Wolle mit 19,5 Mikron, die angenehm auf der Haut liegt, aber empfindlich ist. Der Polyamid-Anteil macht sie strapazierfähig, ohne die Eigenschaften zu verändern.

Recyceltes Polyester – unsere Thermounterwäsche. Trocknet am schnellsten, ist am elastischsten und kostet etwa die Hälfte. Dafür nimmt sie schneller Geruch an.

Eine grobe Regel: Je länger du am Stück unterwegs bist, desto mehr spricht für Wolle. Für einen Skitag reicht Polyester, für eine Hüttenwoche nicht.

Was bedeutet die Grammatur?

Die Angabe in g/m² beschreibt das Flächengewicht des Stoffs – also wie dicht und damit wie warm er ist. Sie sagt mehr über den Einsatzbereich aus als jede Produktbeschreibung.

  • Leicht, unter 180 g/m² – Sommer, hohe Anstrengung, als kurzärmliges Shirt auch im Alltag.
  • Mittel, etwa 180–210 g/m² – die Ganzjahresklasse. Frühjahr, Herbst, Winter unter weiteren Schichten.
  • Schwer, ab 220 g/m² – Kälte und lange Standzeiten. Unsere langen Unterhosen liegen bei 230 g/m².

Der häufigste Irrtum: mehr Gramm sei automatisch besser. Wer sich viel bewegt, schwitzt in schwerer Ware und friert danach umso mehr. Die Faustregel lautet leichter als du denkst – und lieber eine zweite Schicht darüber.

Bei Kunstfaser ist die Grammatur weniger aussagekräftig, weil dort die Konstruktion des Gestricks eine größere Rolle spielt als das Gewicht.

Damen oder Herren – wo liegt der Unterschied?

Der Unterschied liegt im Schnitt, nicht im Material. Beide Linien verwenden dieselben Fasern und dieselbe Verarbeitung.

Funktionsunterwäsche für Damen ist tailliert geschnitten und in den Größen XS bis XXL erhältlich. Dazu gehören Slips, lange Unterhosen, kurz- und langärmlige Shirts sowie die Thermo-Linie.

Funktionsunterwäsche für Herren läuft in den Größen S bis 3XL und umfasst Boxershorts statt Slips, ansonsten dieselben Teile.

Wichtiger als das Geschlecht ist die Passform: Funktionsunterwäsche muss anliegen. Wer zwischen zwei Größen liegt, nimmt die kleinere – das Material dehnt sich mit, und eine zu große Schicht funktioniert nicht.

Woran erkennst du gute Funktionsunterwäsche?

Vier Merkmale, die im Regal nicht auffallen, aber nach der dritten Stunde den Unterschied machen.

Flatlock-Nähte. Flach vernäht statt aufgeworfen. Unter einem Rucksackgurt oder einer Skischuh-Schnalle scheuert eine normale Naht innerhalb weniger Stunden.

Daumenlöcher. Halten den Ärmel an Ort und Stelle, wenn du in die Jacke schlüpfst. Klingt nach Kleinigkeit, verhindert aber, dass der Ärmel im Ärmel hochrutscht.

Nachweisbare Herkunft. Unsere Merinowolle stammt aus mulesingfreier Haltung. Die Thermo-Linie ist GRS-zertifiziert – der Global Recycled Standard bestätigt mindestens 50 % recycelte Materialien, nachprüfbar über die gesamte Lieferkette. Dazu OEKO-TEX® für Schadstofffreiheit.

Feine Fasern. Bei Wolle entscheidet die Faserdicke, ob sie kratzt. Wir verarbeiten 19,5 Mikron – fein genug, dass die Faser sich bei Hautkontakt biegt, statt zu piksen.

Waschen und Lebensdauer

Funktionsunterwäsche muss deutlich seltener gewaschen werden als Baumwolle – bei Merino reicht meist Auslüften über Nacht.

Für beide Materialien gilt:

  • 30 °C. Heißer verfilzt Wolle und greift bei Kunstfaser den Elasthan-Anteil an.
  • Kein Weichspüler. Er legt sich als Film auf die Faser und blockiert genau die Eigenschaft, für die du sie gekauft hast.
  • Nicht in den Trockner. Nötig ist er auch nicht – beide Materialien sind über Nacht trocken.

Unterschiedlich ist das Waschmittel. Wolle braucht Wollwaschmittel, weil Vollwaschmittel Enzyme enthält, die die Faser angreifen. Polyester wird mit normalem Vollwaschmittel nicht vollständig geruchsfrei – dafür gibt es Funktionswaschmittel.

Bei richtiger Pflege hält ein Merinoteil viele Jahre. Was es zuerst kostet, spart es über die Lebensdauer wieder ein.

Nach unten schließt du das System mit Merino Socken ab – der Fuß ist sonst die Schwachstelle im ganzen Aufbau.